Zug Fahren

- Über das Zug Fahren -

Jede Reise mit dem Zug ist eine andere, selbst wenn man die gleiche Strecke fährt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Wege unzähliger Individuen treffen. Nahezu Kunst, wie diese Menschen zusammen eine Gemeinschaft bilden, aber im Endeffekt nur eine Ansammlung von egoistischen Einzelgängern sind. Man würdigt sich kaum eines Blickes, man unterhält sich nicht, man gibt nichts über sich Preis, obwohl dies wohl als große Dating-Maschine benutzt werden könnte. Viel schlimmer noch: Man(n) schlägt ein Buch auf und gibt vor zu lesen, wobei man im Endeffekt doch nur Mitfahrer beobachtet. Aber warum das ganze? Warum Leute beobachten, aber nichts von sich zeigen? Voyeurismus! Und jeder Mensch ist ein Voyeur.

Jede Schicht, jede Kultur, jedes Alter und jedes Geschlecht ist im größten Mix vorhanden uns somit gibt es immer wieder was zu begucken. Ich gebe es ja offen zu: Ich bin ein Voyeur in dieser Hinsicht. Ich bin gerne unter Menschen und beobachte den „Mensch“ und das „Menschsein“. Was es mir bringt? Was bringt es jedem einzelnen?!

Aus Beobachtungen lernt man! Aber wann beobachten wir schon mal einen Menschen, über den wir kein subjektives Urteil gefällt haben – also einen Menschen als Mensch und nicht als Freund oder Verwandten.

Man lernt Menschen kennen ohne zu reden - alleine durch das Verhalten des Gegenübers. Und das lügt nicht wie die Sprache oder das Wort. Die Individuen zeigen sich von ihrer echten Seite. Jeder ist jedem vollkommen ausgeliefert. Kein Wunder, dass niemand Kontakt mit jemandem aufnehmen möchte, denn Verletzlichsein ist für die meisten die größte Schwäche, die man haben kann.

Ich bin auch verletzlich, aber nur von mir selbst. Nicht meine Stärke macht mich stark, sondern mein Wissen, dass ich stark sein kann! Ich mag „Mensch“ – manchmal mehr als „Wort“. Beim Zug fahren sowieso.

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